True Learning Seminare

diesmal in Slowenien

Interview im Rahmen einer pädagogischen Diplomarbeit
NLP im Fremdsprachenunterricht für slowenische Schulkinder

Greta Jencek (Slebic) mit Maria Beyer


NLP ist ein ziemlich neues Wesen und ist ausserdem schwer definierbar. Wie wuerde Ihre Definition lauten?
NLP ist ein neuro-lernbiologisches Kommunikationsmodell, das die Effizienz in den drei Ebenen der Kommunikation erläutert und steigert. NLP ist keine Erfindung, es basiert auf gründlichen, jahrzehntelangen Studien von erfolgreichen und nicht erfolgreichen Kommunikatoren. Es wurden typische und vergleichbare (Re-) aktionsmuster entdeckt, die Menschen eigen sind. Man entwickelte daraufhin Strategien und Schritte, ungünstige Prozesse in einen günsigen Verlauf zu bringen.
Für mich definiere ich NLP in einem 3-Ebenen-Modell:

1. Ich kommuniziere mit mir (kenne mich und meine Ressourcen, Schwächen und Muster (kalibrierte Schleifen)), habe eine problemerkennende und lösungsorientierte Wahrnehmung (Pro-Aktivität), verfüge über Strategien zum Bewältigen von Zielen, Visionen und erkenne sehr wohl bei mir die Merkmale von Verhaltensmängeln, ungünstigen Gewohnheiten und kann diese in Eigenleistung korrigieren (Independenz). Ich durchschaue recht gut, was in mir und mit mir passiert. Ich kenne meine (De-) Motivationsquellen und habe es selbst in der Hand, mich schnell in einen aktiven Zustand zu versetzen, in dem ich lebhaft eine motivierte Handlungsorientierung verspüre. Ich kann taktisch positive Rückerinnerungen nutzen, wenn ich beispielsweise Kraft und Energie brauche.

2.
Ich kommuniniere mit anderen zielorientiert, das heisst, dass ich im Miteinander ebenfalls über eine grosse Mustererkennung der ablaufenden Prozesse verfüge. Ich beherrsche flexible Reaktionsfertigkeiten und bin in der Lage, bei Problemen und Zielfindungen, in der Motivierung und Leistungsbeurteilung von anderen den passenden - "artgerechten" - Ton zu finden. Die Kommunikation mit anderen verläuft angemessen und zielgenau, denn dank der Wahrnehmungsschärfe und multiplen Handlungspalette kann ich gegebenenfalls sofort einen soliden Kontakt zu den jeweiligen Kommunikationspartnern herstellen (Rapport) und diesen vertrauensvoll mit bedienen (Pacing und Leading).

3. Ich kommuniziere durch mich. Das bedeutet, dass mein Verhalten bereits Ausdruck meiner Kommunikation zu und mit anderen darstellt. Man kann dies auch die charismatische Kommunikation nennen. Indem ich (situativ) so bin und handel, bewirke ich Aktion und Reaktion bei anderen. Das kann beispielsweise wortlos gehen, denn mein Körper, mein Gestik und Mimik, meine (Nicht-)Handlung sagt aus. Diese dritte Ebene der Kommunikation ist die Krönung der Kommunikations-Kunst. Sie ist effizient, sehr "lean" und verschleissfrei, das heisst stressarm. Zudem bewirke ich durch mich eine Art Vorbild, denn bereits mein innerer motivierter Zustand und die sichere Gewissheit von Zuversicht strahlt positiv von mir ab und überträgt sich innerhalb von Sekunden; bereits bei der Begrüssung!

Es wird in den verschiedensten Gebieten angewendet. Könnten Sie mir vielleicht einige davon nennen?

Traditionell in der Psychotherapie wegen der sicheren und schnellen Ergebnisse. In der Wirtschaft, da es hier von grösster Bedeutung ist, in kurzer Zeit optimale Ergebnisse zu erzielen; sei es in Verhandlungen, im Verkauf oder der gerechten Mitarbeiterführung.
In der Pädagogik, denn hier erkannte man auch den Aspekt der typen- und leistungsgerechten Behandlung von SchülerInnen und Schülern, wobei NLP die Lehrerinnen und Lehrern an erster Stelle in ihrem pädagogischen Verhalten auflockert, sie flexibler werden lässt und vor allem kompetenter im erzieherischen Auftrag!
Sehr wichtig wäre es für alle Politiker, doch die verschlafen in Mitteleuropa diese Chance. Meiner Meinung nach werden die politischen Richtungen und Gesinnungen gewinnen, die sich als erste der Magie des NLP bedienen. Und das können sogar diejenigen sein, die nicht das beste für das Volk wollen.

Gibt es irgendwelche Forschungen über die Anwendung von NLP-Techniken in der Schule?

Im Vorweg: Valide Forschungsansätze gibt es vereinzelnt von denjenigen, die mit NLP arbeiten. Und die Berichte und Ergebnisse bei Lehrern und Schülern sind durchweg hervorragend. Aber weder Anwender, noch NutzniesserInnen investieren Zeit oder Lust zur objektiven Erfolgsproklamation. NLP hat in sich nicht den Anspruch, nachträgliche Erfolgsbestimmung zu analysieren oder für diese ein impirisch abgesichertes Plädoyer zu festigen. NLP legt den Schwerpunkt auf Handlungsvarianten, auf schnelles Reagieren und Erreichen von Zielen - JETZT! Die Zeit wird eher für diese Einstellung genutzt: "Hat etwas nicht funktioniert, mach es anders!"
Meine Antwort auf die Frage: NLP ist ein reines Praxismodell, das überhaupt nicht greifbar oder eingrenzbar ist oder sein will, da es unendliche Fazetten in der Erreichung von Erfolg und Zielen hat. Man gibt sich zufrieden, dass es "seit NLP" besser, umfassender, stressärmer und spassvoller im Unterricht zugeht; für alle Seiten!

NLP ist auch eine der vier Techniken, die im True Learning© Unterricht angewendet werden. Wie genau kann man Ihrer Meinung nach NLP-Techniken im Fremdsprachenunterricht anwenden?
Im Spracherwerb spielen die 10 Sinne(VAKOG intern und extern) eine wichtige Rolle, insbesondere hier der Sprach-Hörsinn (auditiv). Sind Schüler hingegen sehr visuell veranlagt, sind die einhergehenden Lernschwierigkeiten natürlich und können von NLP-kundigen Pädagogen kompensiert werden. Also ganz klar muss im Vorweg eine Lernkanal-Diagnose vorgenommen werden und was ganz wichtig ist: die Lehrkraft muss zuallererst wissen, wes Sinnes Kind sie selbst ist. Dann erfolgt ein Training aller Sinne (VAKOG) der Lehrkraft und die damit verbundene Sinnessprache in der Muttersprache sowie in der zu erwerbenden Zweitsprache. Konkret: meiner Meinung nach kommt NLP bei Sprachpädagogen in allererster Linien ihnen zugute und muss sie befähigen einen multi-sensuellen Unterricht zu gestalten. Erst wenn sie in der Lage sind, die visuellen, auditiven, kinästhetischen und olfaktorisch/gustatorisch orientierten Kinder anzusprechen und methodisch-didaktisch zu bedienen, wird Lerngerechtigkeit und Chancengleichheit im Spracherwerb herrschen.

Wo erweist sich der Fremdsprachenunterricht mit Hilfe von NLP als erfolgreicher: bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen?

Jede Gruppe hat ein anderes lernbiologisches Lernverhalten. Pädagogen jeder Lernaltersgruppe müssen die jeweiligen Merkmale kennen und in die passende NLP-Methodik/Didkaktik umsetzen. Und innerhalb dieser 3 Gruppen gibt es noch die unterschiedlichen VAKOG-Prioritäten einzelner, die im zunehmenden Alter immer ausgeprägter werden. Deshalb meine Vision: bereits in der Grundschule den viel-sinnigen Unterricht einführen, der alle 5 Sinne stärkt und gleichmässigt nutzt. NLP und Lernen ist für alle gleich bedeutungstragend!
Generell tendieren Erwachsene mehr zum mentalen Lernen mit reduzierten Lernspielsequenzen. Hier kann Mind Mapping voll zum Zuge kommen. Jungendliche mögen gerne Partnerarbeit im auditiven Bereich und Kinder spiel-lernen sehr körperbetont.Wichig für alle ist die vorherige Einstimmung in Form von Themenentspannungen oder Fantasiereisen nach VAKOG, nachzulesen in meiner Sonderdokumentation True Learning® , das bei Glotta Nova verlegt ist.oder als Kursdokumentation beim BIGA in der Schweiz

Es ist natürlich bekannt, dass die Schüler nicht alle sprachbegabt sind. Wie kann man den weniger begabten Schüler mit Hilfe von NLP das Lernen erleichtern?

Indem sie emotional begeistert werden. Wenn organische Sinnesdefekte auszuschliessen sind, liegt meist eine vorurteilsbehaftete Abneigung vor. Oder der Lerntyp wurde in der Vergangenheit von den Pädagogen verkannt und das Kind fühlt sich total ungefordert und ignoriert. Wie soll da ein Engagement aufkommen. Meine Antwort: zuerst emotional rühren, z.B. mit den "7-K-plus" oder einen Ressourcen-Anker (vom Kind selbst installiert oder von der Lehrkraft). Sehr viel Landeskunde bewirkt ebenfalls Wunder. Im Grunde muss sich die Lehrkraft selbst als BotschafterIn für das Land, die Sprache und die Kultur betrachten. Die darauf (un-)bewusste einsetzende Kommunikation der 3. Ebene wird Lernschwierigkeiten und Desinteresse ad absurdum führen. Ich habe das selbst in meiner Praxis erlebt und weiss wovon ich spreche. Der sich ergebende Erfolg beflügelt mich als SprachenlehrerIn natürlich, was sich dann wiederum auf die Klasse auswirkt, die dann engagierter und besser lernt, was mich noch mehr stimuliert, diese richtige Richtung fortzusetzen.

NLP wird auch in der Beratung von Schülern mit Lernstörungen gebraucht. Hatten Sie im Laufe Ihrer Praxis schon mit solchen zu tun?

Wir hatten in unserer Lernpraxis 2 junge Mädchen (Zwillinge), ca. 14 Jahre alt und 7. Klasse Gymnasium. Sie hatten im Deutschunterricht arge Probleme, in Englisch waren sie ebenfalls versetzungsgefährdet und Schulpsychologen sagten ihnen eine Lese-Rechtschreib-Schwäche nach. Die beiden erfuhren bei uns ein ganz anderes Training als "Therapie". Wir fanden sehr schnell heraus, dass beide hoch auditiv waren. Sie spielten beide Instrumente, liebten die Musik und sangen im Chor. Hingegen war ihre visuelle Sinnesausprägung schwach. Angefangen bei ihrer optisch langweiligen Kleidung bis zum Unvermögen, sich innere Bilder zu machen, bzw. in Bildern zu denk-erinnern. Ihr Gedächtnisspeicher was auditiv belegt. Sie merkten sich vorzüglich Sprache, Worte und Sätze, was ihrer geringen Freunde zum Mitschreiben sehr zugute kam. Ihre Lehrerin war das krasse Gegenteil: hoch visuell, farblich extrem bekleidet und in ihrem Ausdruck und ihrer Sprachfärbung fast nur auf visuelle Worte beschränkt. Ihre Stimmlage war visuell hoch, ihre Tonalität fast schrill und das Sprechtempo zu schnell; für die beiden Mädchen. Visuelle Schülerinnen in der Klasse kamen mit dieser Lehrin bestens zurecht. Hinzu kam noch, dass die Lehrerin grossen Wert auf das Mitschreiben und Schönschrift legt. Wieder verloren die beiden Mädchen, denn auch hier fühlten sich sich gequält. Die Situation war also der klassische Fall einer Aneinandervorbei-Kommunikation. Eine ganzheitliche udn geschulte Lehrerin hätte sich auf die auditiven Schülerinnen einstellen können!
Die beiden Mädchen lernten bei uns die sprachlichen Ausdruchsformen der visuellen Komponenten der Sprache, sie trainierten das innere Sehen (Visualisieren) und veränderten sich merklich auch äusserlich. Die Erfolge traten schnell ein: die Aufsätze wurden - für die Augen der Lehrerin - farbiger, die Ausdrucksweise schillernder und voilà: die Lehrerin wurde der beiden Mädchen "mit neuen Augen" gewahr! Eigentlich haben die Zwillinge die Lehrin ganz kräftig und kunstvoll gepaced und manipuliert und selbst am meisten dazugewonnen. Sie haben sich und ihre Ressourcen erweitert!

Kann jeder Lehrer NLP-Techniken in seinem Unterricht anwenden? Welche Eigenschaften sollten einen solchen Lehrer auszeichnen?

Eine sehr gute Frage! Es gibt in der Tat LehrerInnen, die sich nicht für NLP-gestützte Methodik/Didaktik eignen. Das sind solche Lehr-Typen, die das NLP nur "verkopft" und kognitiv gelernt haben und es nach Strickmuster anwenden, bzw. Lehrsituationen und Schülerseelen "dahinbiegen", damit sie in das im Zertifkatskurs erlernte Strategiemuster passen. Diese Lehrer und Lehrerinnen dürfen erst gar nicht NLP kennenlernen. Ausnahme: sie sind bereit und sich völlig im klaren darüber, dass sie durch die Beschäftigung und schrittweise Integration mit NLP so manche altgeliebte Verhaltensweise modifizieren, verändern oder gar ersetzen durch neue ganzheitliche Flexibilität. Kognitiv-institutionalisierte Pädagogen können sich selbst den Gefallen tun, im Laufe von vielleicht 2 Jahren der sorgfältigen Aneignung von NLP-Gedanken- und Verhaltensgut ihre Position in der Pädagogik zu reflektieren oder zu erneuern. Aber erst, wenn die eigene Person (Kommunikation auf der 1. Ebene; ich mit mir) geglückt ist, kann die der 2. und 3. einsetzen. Geeignet für NLP sind die Lehrtypen, die gerne ihre Ressourcen bewusst vergrössern wollen, die ihre Profession lieben und wirklich für weitesgehende Gerechtigkeit und Chancengleichheit im Lernen stehen. Diese Basis-Passion und Vision für uns Pädagogen ist alters - und geschlechtsunabhängig!

Nicht nur motivierte Schüler, flexible Lehrer und attraktive Schulbücher fördern den Lernprozess; es gehört noch viel mehr dazu. Unter anderem eine lernfreundliche Umgebung. Was wäre das nach NLP-Kriterien?

Eindeutig gehört dazu ein VAKOG-Ambiente, das nicht viel kosten muss. Wesentlich ist Licht! Lernen bedingt helle und lichte Räume, helle Farben und motivierte Gesichter von Lehrern und Lehrerinnen. Auch sollten Lehrkräfte violett, schwarz und braun in ihrer Kleidung meiden. Farbschwingungen, die vom Auge aufgenommen werden, bewirken sofortige Wechsel im Denktakt! Langsames Denken wird durch dunkle Farben gefördert!
Die Klangumgebung kann durch dezente Naturgeräusche (von MC oder CD) oder sog. Alphamusik im Hintergrund gesteuert werden. So haben akustische Schwingungen ebenfalls einen Stimulierenden Effekt auf den Denktakt. Je nach Lernphase kann also der Klang das Lerngehirn unterstützen und begleiten. Und die Stimme als Instrument! Zu all dem biete ich speziell in Slowenien Schulungen an (über Glotta Nova).
Das kinästhetische Gefüge kann ebenfalls Lernen unterstützen. Bewegungsphasen wie das Jonglieren sind unbedingt in das Repertoire eines jeden ganzheitlichen Lehrers aufzunehmen. Oder die o.g. pantomimischen Elemente. Die Raumtemperatur ist sehr wichtig oder auch entsprechende Sitzkeile, die das ergonomische Sitzen und ein biologisches Fliessen der Energieströme zum Gehirn ermöglichen.
Duft und Raumaromen stimulieren das Lerngehirn direkt. Je nach Tageszeit oder Lernphase können die winzigen Duftmolküle eine Lernoffenheit bewirken. Wichig ist frische Luft und Vermeidung von schlechten Körpergerüchen. Dieses Thema gehört angesprochen, denn wenn der Geruchsinn beleidigt oder gequält wird, kann kein Mensch lernen. Auch penetrante Gebäudegerüche kann man durch Duftlampen überdecken. Der Geruchsinn ist der schnellste und direkteste Sinn des Menschen, der für die Stimmung und Ausgangsbasis des Lernens verantwortlich ist. Und was den Geschmackssinn angeht: naturbelassene Kost und viel pures Wasses fördern das leichte Lernen. Ein kleines Glas Wasser zu Beginn jeder Unterrichtstunde bringt das biochemische Lernen in eine gute Ausgangsposition. Gemeinsam mit Eltern und Schülern können wahre Lern-Paläste gestaltet werden, die eine natürliche "Corporate Identity", also eine Verbundenheit und ein von innen kommendes Engagement (und eine Materialschonung) mit sich bringen.

Sie haben schon selber erfahren, dass das in Slowenien oft nicht der Fall ist.Was können wir als Lehrer dafür tun, ein angenehmes Unterrichtsklima zu schaffen?

Zum Beispiel sehr viel über die lern-pyschobiologischen und biochemischen Komponenten des Lernen lernen. Ambiente-Pädagogik ist neben der Vermittlung von Wissen unabdingbar. Ich biete diese Kurse an, denn ich sehe in diesem noch fehlenden Baustein für Lehrkräfte eine grosse Chance für ihr Lehrerleben. Ambiente-Pädagogik ist wie die 3. ebene der Kommunikation: sie wirkt und bewirkt durch sich, ehe überhaupt ein Wort gefallen ist. Die Umsetzung erfordert nicht viel, wobei sich der finanzielle Einsatz schnell amortisiert durch optimiertes Lernklima und pädagogische Erfolge.
Und meine Erfahrungen in Slowenien: gerade hier scheint, im von mir beobachteten Unterschied zu Deutschland, das Schulkind den Lehrern noch sehr viel am Herzen zu liegen. Verhältnismässig gierig werden die Tips aufgegriffen oder durch die von mir stets mitgebrachten "Ambiente-Requisiten" umgesetzt. Auf den Punkt gebracht: keine Klasse darf es sich leisten, auf staatliche Hilfe und Unterstützungen zu warten. Das ist weltweit so. Es geht um die eigene Lebens- und Lehrezeit, deshalb gehört das klassenweise Engagement und die Selbstinitiative in den Vordergrund gerückt. Auch Eltern müssen in diesen Prozess mit einbezogen werden. Man fängt in Deutschland sogar schon zaghaft mit dem Kultursponsoring an, in dem Firmen - forderungsfrei - Spenden zur Verfügung stellen. Das ist nicht unbedingt abzulehen.

Dafür braucht man zuerst einmal Geld, zweitens Mut, drittens aber auch Vertrauen und Unterstützung der Schuldirektion.

Ich habe die Antwort schon etwas vorweggenommen. Wenn Schulleiter sich als Schulmanager verstehen würden, dann werden sie auch die Notwendigkeit nach einem ordentlichen Schulmanagement bejahen. Das System der "Lernenden Orga

nisation", das bereits seit ca. 10 Jahren in der Wirtschaft umgesetzt wird, hat gerade im schulischen Fragment der Gesellschaft eine hervorzuhebende Berechtigung: "Die Lernende Schule", nicht unbedingt nur die lehrende!!!
Und wie in der Wirtschaft müssen sich SchulleiterInnen (ManagerInnen) fortbilden. Warum also nicht Extraseminare für SchulleiterInnen fordern und anbieten. Die dann erlernten Kenntnisse lassen sich wunderbar in den jeweiligen Schulen weiterreichen.
Es ist richtig, dass gegen einen ignoranten Schuldirektor kaum ganzheitliche Erweiterungen durchsetzbar sind. Der Weg ist der: die Information geht top-down, bzw. ganze Schulen oder Schuleinheiten lernen gemeinsam in der schulfreien Zeit und packen gemeinsam ihr Projekt "Die Lernende Schule" an. Doch bis es so weit ist, kann man als einzelne Lehrkraft allerdings schon im eigenen Klassenbiotop mit Mut und Motivation und Liebe sehr viel erreichen. Und sehr oft werden dann die Kollegen neugierig und wollen auch etwas davon wissen .... . Und vielleicht auch die Schulleitung?!

Wo kann man überhaupt NLP lernen?

Bitte nicht (nur) aus Büchern! Ein seriöses NLP-Training darf nur von ständig qualifizierten Instituten oder Trainern/Trainerinnen erteilt werden. Für Pädagogen ist dabei wichtig, dass das pädagogische Anwendungs-NLP angeboten wird. Therapeutische Reihen sind tabu! Wenn man sich für eine ganze Ausbildung entscheidet, dann sind 12 Monate für ca. 6 -7 Wochenendtermine realistisch und seriös. Ich rate dringend von Schnellkursen oder 2-Wochen-Blockseminaren ab. Heraus kommen dann NLP-Roboter ohne Herz! Eine Alternative dazu sind gezielte Intensivtage für einzelne Aspekte des NLP, wie Motivation, Lernbiologie und NLP, Lerntypenermittlung, Kommunikation im Klassenraum, etc. Ich bin seit Januar 1986 im pädagogischen NLP tätig und habe, das muss ich mit Stolz sagen, NLP mit Unterstützung von Glotta Nova nach Slowenien gebracht. Und ich freue mich sehr, dass es flächenweit schon viele AnwenderInnen fand. Und aus dieser Kenntnis der langen Erfahrung, werden Seminare und Kurse den Schwerpunkt meiner Arbeit in Slowenien bilden.

Wird die Anwendung von NLP im Unterricht in Deutschland gefordert, bzw. gefördert?

In Deutschland ist eigenartigerweise, im Gegensatz zu anderen europäische Ländern, eine grosse öffentliche Zurückhaltung zu verspüren. Meine These: es liegt am Beamtenstatus, an der bequemen Haltung, dass mit Eintritt in die lebenslange Staatssicherheit keinerlei persönlicher Einsatz in Sachen eigener Fort- und Weiterbildung notwendig ist. Und deutsche LehrerInnen (mein Eindruck!) wollen erst einmal mehrfach abgesicherte Beweise einer Wirksamkeit, bevor sie gnädig ihren Unterricht, bzw. ihr Material oder sich verändern, was ja auch erheblichen Zeitaufwand und Einsatz von Eigeninitiative und Geld bedingt. Hätten wir auf die wissenschaftliche Erklärung der Formel Pi &Mac185;gewartet, wäre die Erfindung und Nutzung des Rades erst in diesem Jahrhundert geschehen und nicht schon in Aegypten! Auf Länderebene (Kultur- und Ausbidlungshohheit) herrscht ebenfalls eine grosse Abwartehaltung vor. Es liegt hier also an jedem einzelnen, NLP für sich und durch sich zu nutzen.

Wie sehen Sie den Fremdsprachenunterricht in der Zukunft?

Nicht wesentlich verändert von heute, wenn die von mir beschriebenen Komponenten (und viele andere mehr) einbezogen werden. Es wird vielleicht wochenweise Phase geben, in denen in Sprach-Biotopen ohne den 45-Minuten-Rhythmus ein Sprachgefühl gelebt werden kann. Das kann die Schule sein, ein Ort in den Bergen oder am Meer, oder ein Ausflug. Alle stellen sich mental auf diese virtuelle Landessituation ein und spielen: wir sind gerade in..... . Dazu wird gesungen, gekocht, gegessen und echte Landsleute als Gäste wären optimal. Ein Austausch mit Patenschulen im jeweiligen Land gehört ebenfalls dazu. Mentale Szenarien können sehr gut als effizienter Ausgleich für Finanz- oder Materialmangel herangezogen werden. Lernen wird sich viel mehr in den Hirnen (Brainlands) der einzelnen abspielen.

© Maria Beyer

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