aus: MultiMind, 2/95, S. 14 -18
Seminarbericht & Einordnung in die WB-Szene
Wieviel Genießen kann der Mensch ertragen...!
(Dr. Richard Bandler), DHE November 94 in München.

Besucht, für als unbegrenzt erfahrbar empfunden und in Verbindung gebracht mit dem Private Victory der Seven Habits von Stephen Covey.

"Your brain can do anything ...", bzw. DU bist es, der oder die für die eigene persönliche Evolution der Persönlichkeit und des Denk-Handelns verantwortlich ist. Diesen Belief teilt zu meiner großen Freude auch Richard Bandler mit vielen von uns. Er erweitert diese Proklamation noch durch den Hinweis, daß das Tempo dabei absolut rasant ist und sein soll. Also die Wiederentdeckung der Schnelligkeit.

Design Human Engineering - DHE Bandlers konsequente Verfeinerung und Fortsetzung des NLP, wurde Mitte November in München bravourös vorgestellt. Frische und Schnelligkeit sind Trumph, kreative Mixturen aus sämtlichen traditionellen NLP-Tools sind gefordert und machen erst die Neue Eleganz aus. Wir haben es selbst in der Hand, wie wir auf die Welt reagieren, auch, zu welchen Höchstleistungen wir unsere Kommunikation mit uns selbst, mit anderen und durch uns, durch unser erweitertes So-Sein ständig vorantreiben und somit unsere Persönlichkeit stretchen. Und wir selbst stehen dabei als wichtiges Medium an erster Stelle. Bandler plädiert leidenschaftlich für den pro- und prä-aktiven Weg in der Kommunikation auf allen drei Ebenen, wobei das Win-Win aller Beteiligten ein wichtiges und relativ leicht erreichbares Ziel ist und die Kommunikation mit sich eine betonte Zuwendung erfährt.

Was meine ich mit den drei Ebenen der Kommunikation? Die erste Richtung oder Ebene der Kommunikation ist jene pro-aktive mit sich selbst (Anmerkung: auch im Zusammenhang mit dem Nicht-Einsatz von Drogen). Danach, wenn der innige Kontakt zu sich und sich sich durchgereift ist und natürlich greift (Private Victory bei Covey), kommt die zweite Ebene: man übt zu und mit anderen Kommunikations-Kunst aus. Das klassizische kommunikative Miteinander - damit beschäftigen sich auch die meisten Kommunikations Trainer - wird in der Bedeutung auf Platz 2 gedrängt, bedarf es doch dringend eines Vortrainings des Kommunikateurs.

Bandler schätzt die Akrobaten von Nur-Stufe 2 nicht sehr, besonders wenn sie sich unsere drei Buchstaben auf die Visitenkarte malen; jene Kommunikatoren können zwar NLP-Technik anwenden oder auswendig daherreden, man vermißt allerdings die kreativ-enelpeige Anwendung und was noch wichtiger ist: die echte Kongruenz fehlt, denn die Kommunikation auf erster Ebene ist spürbar nichterfolgt.

Ca. 80% der empfangenen Kommunikations-Kongruenz bestehen aus nonverbale Echtheit. Und die wenigen Prozent Kunst-Rhetorik der raffinierten Wortwahl werden nie über die Körper-Sprache-Inkongruenz hinwegtäsuchen. Intuitiv und instinktiv erkennen wir sofort solch einen Kommunikations-Holhlraum, der von Kommunikationsglanz versiegelt ist.

Also: gute Kommunikations-Könner sind diejenigen, die glaubhaft und erkennbar im gemeinsamen miteinander Ebene 1 und 2 bedienen; wie ein Bildinhalt mit Rahmen. An dritter Stelle der Könnerschaft ist die Kommunikation mit Hilfe des eigenen So-seins: man ist einfach; man löst aus durch das So-sein, man ist charismatisch! Und hier kann die Kommunikation sogar wortlos ablaufen, indem man Vorbild ist von dem, über das man (non-)verbal kommuniziert, als Produkt verkauft oder für das man eintritt. Um im Metapher zu bleiben: das exqusitie gerahmte Bildwerk spricht Bände und wirkt ohne Worte in seinem räumlichen Umfeld.

Man glaubt beispielsweise einem Anthony Robbins alles, was er powervoll verkündet, denn glaubhaft demonstriert er den gelungenen Zugang und Erfolg mit und über sich, er schafft es, dank seiner Kongruenz die Massen dafür zu begeistern und er wirkt dabei durch sein So-sein.Oder Robert Dilts. Auch ihm gelingt mühelos die Verbreitung seiner Message, bzw. Mission. Und auch bei Richard Bandler unterstützte seine inhaltliche und äußerliche (Rahmen-) Kongruenz wohltuend unser Lernen, da es uns leicht fiel,überzeugt davon zu sein. (Public Victory bei Covey.)

Ist DHE die bewußte Zuwendung zur Kommunikation der ersten Ebene?! Das macht insofern Sinn, denn ein Richard Bandler wird und kann sein NLP nicht so einfach aufgeben. Vielmehr erkannte er, denn er ist ja von allen am längsten dabei, daß das NLP bei vielen Anwendern eher als Mittel für Ebene 2 genutzt wird, allerdings, ohne durch und durch NLP zu sein, bzw. es zu leben - nicht nur zu reden!

In der DHE-Woche lag der Schwerpunkt im eigenen Styling, frisch nach dem Motto: wenn ich mein internes Control-Panel beherrsche und im Griff habe, dann erst bin ich überzeugend und blitzschnell im Leaden der anderen. Sehr gut ergibt sich da ein Zusammenhang zwischen Stephen Covey und Richard Bandler: Wenn Covey noch recht proklamatisch und praxistrocken die Seven Habit of Highly Effective People (Buchbesprechung MultiMind Heft 2/93) verkündet so können wir jetzt aufatmen und Richards neues Konzept gierig aufgreifen und die nützlichen Seven Habits mit NLP- und DHE-Leben füllen.

An erste Stelle steht bei beiden das ICH des Private Victory, erreicht durch diszipliniertes Auto-Styling hin zur Exzellenz. Sei Dein eigener Programmierer!, was beim DHE offensichtlich ist. Wir sind uns sinn-intensiv gewahr, wie sich die Welt situativ um uns und die Repräsentation dessen in uns zu einer subjektiven Einschätzung formt, die verantwortlich ist für unsere (be-)wußte Reaktion darauf. Und je mehr wir über uns wissen, desto mehr können wir wirklich Verantwortung übernehmen für unser Leaden. Das, was ein DHEngineer aus Beliefs, gefilterten Werturteilen oder sinnlichen Empfindungen erlaubt, liegt aktiv in ihrer oder seiner Hand; auch das, was es an Auswirkungen auf das Verhalten ausrichtet. Bei Covey kennt man dafür auch das Emotionale Konto.

Statt nur zu reagieren kann der DHEnginineer durch den eigenen selbsterschaffenen State die Einschätzung der Realität beeinflussen. Dies ist uns nicht neu, es ist jedoch gut, wieder einmal darauf gestoßen zu werden. Indem er/sie zum Beispiel eine pro-aktive Haltung ausübt, feste Kongruenz demonstriert oder auch ein pralles pheromones Aroma sublim versprüht wird der Kommunikationspartner sicherlich anders als ursprünglich geplant agieren (Prä-Pacing).

Für DHE ist die Zeit vor der Reaktion besonders interessant. Selbsterfundene Realitätsannahmen oder -reaktionen darauf liegen vor dem Ereignisablauf, der Realität bezeichnet wird. Der DHE-Künstler der Realität insofern ein Stück voraus und er wandelt auch per virtuellen Mentalkunst (siehe auch BrainLand, Junfermann Verlag) ungünstiges Reaktionsverhalten in Energie um, die ich gerne mit Lead-Ware bezeichne.

Schmerz & Pein - muß nicht sein!

Ein Human Engineer weiß ob tatsächllich vorhandener Schlechtigkeiten, Ungerechtigkeiten und (Un-)Möglichkeiten in der Welt. Aber damit ist ein Pacing im Sinne der Kenntnisnahme auch schon beendet. Er entscheidet selbst über die eigene Reaktion darauf. Will er lieber unglücklich sein oder besser glücklich: es ist die eigene pro-aktive Wahl, wachsend aus dem Bewußtsein des persönlichen Einflußverhaltens. Das bedeutet DHE-praktisch, daß anfangs in der Kommunikation mit sich selbst optimale mentale und biochemische Voraussetzungen geschaffen werden, um dann kreativ und angemessen zu handeln, bzw. zu reagieren (Arbeit am mentalen Control-Panel.) Wenn der innere Zustand ressourcenreich, unvoreingenommen oder entspannt ist, dann kann man ohne Umwege die Kommunikation mit der Situation oder mit anderen unbelastet und mit erweitertem Fokus ... führen! Zugleich setzt man durch das So-Sein die kreativen und proaktiven Kräfte der anderen frei, da man eine lösungsfrohe Atmosphäre verbreitet. Das ist Leadership!

Zu Covey hinübergeschielt: indem man Wahrnehmungs- und Beurteilungsprioritäten schafft, den eigenen Einflußbereich definiert, beherrscht und ausgestaltet kann man weitergehend pro-aktiv das Control-Panel der externen Situation (mit anderen) bedienen und leaden. Covey wünscht sich in diesem Zusammenhang auch, daß das Ende oder das Ziel einer Aktion fest in mind sein soll. Wir NLPler wertschätzen das als Future-Pacing, es paßt auch genauso gut der Frame of Possibilties dazu. Notwendige Schritte dafür geben uns die Denkweise einer Zielfindungsübung von Tad James oder das Walt-Disney-Model von Robert Dilts.

"The map is the territory and we build it!"

Was ist nun Design Human Engineering? Design im Namen deutet an, daß aktiv mit Hilfe der erfolgversprechendsten Techniken, Ideen und Einstellungen, die u.a. NLP zur Verfügung, stellt gestaltet wird; so man sie nicht nur kennt sondern auch lebt! Und zwar nicht unbedingt nach Lehrbuch und reihenfolgig deklariertem Regelwerk.

Um bestmögliche Zustände unabhängig selbst und ohne irgendwelche läppischen Substanzen zu erreichen, entwickelte Bandler das spaßvolle Spielen und Experimentieren am - metaphorischen - mentalen Mischpult. Reaktionen, Empfindungen oder Zustände sind hier installiert, ganz in der Art, wie Regler und Kanäle am Mixer im Tonstudio. Hier im Mind & Brain Studio sind alle Sinne eingeschaltet, auch fehlt es nicht an Warnlichtern oder Kontrollknöpfen für evt. Durchbrennen bei Übertreibungen. Die Ausprägungen gehen beispielsweise von 0 bis 100. Je nach Erfordernis oder Laune wird die Intensität selbst beeinflußt - geregelt - und erreicht. Damit im Realfall das Abmischen in alle Richtungen funktioniert, muß trainiert und abermals trainiert werden. Coveys Habit 1 lautet übersetzt ähnlich: Du bist dein Programmierer, Habit 2 befiehlt dann konsequent: Schreib das Programm!. Und wie Covey setzt Richard die Selbstdisziplin und das tägliche Tun sehr hoch an, mindestens dann, wenn man selbst an sich entdeckt, daß das eine oder andere Programm kein gutes ist. Die eigene Qualifikation des persönlichen Sieges ist mit Mitteln des NLP und anderer Management-Ansätze keine Unmöglichkeit mehr.

Zurück zum Seminar: wir konnten direkt prüfen mit wieviel überraschenden Sensationen und ausgeprägtem Lustgewinn soetwas vor sich geht. Bandlers Motto, das alle Tage beeinflußte: Spaß, Neugier und unbegrenzter Genuß sind die besten intrinsischen Motivatoren, bzw. der Antrieb für selbst-gestyltes Verhalten. Es liegt an uns selbst, in welchem Maße wir dieses Vorgehen intensivieren. Sind sinnliche Neuarrangements, bzw. Abmischungen notwendig, damit geplante Entscheidungen fassen oder damit es zu besseren Ergebnissen kommt, mit DHE macht das Mind & Brain-Styling noch mehr Spaß! Daß dabei ganz natürlich auch neue intensive Gefühle entstehen können ist unvermeidbar. Sie liegen meistens jenseits der normal erwarteten Empfindbarkeit und persönlichen Reaktionstradition.

"Combine and try new things!"

Bandler brachte das mentale Mischpult nicht nur als Metapher für die Quelle von inneren Zuständen; es dient zusätzlich auf einer höheren Ebene zum Mixen bekannter Standards zu völlig neuen Effekten. Weiter: das Mischpult ist ebenfalls ein Abmischer des gesamten NLP-Repertoires, allerdings unter Wahrung der nötigen Vorsicht und Vorahnung der Effekte. An dieser Stelle bekannte Richard, daß ehrfürchtige und phantasiearme Nachahmer des NLP ihm ein Greuel sein.Vielmehr schätze er unbändige Neugier! Sei sie erhalten von Kindheit an oder wiedererlangt und neu-kultiviert. Sinnen, was aus neuen Zusammenstellungen und Intensitäten herauskommt! Wahrnehmen, wie sich die vorsubjektivierte Wahrnehmungen verändern. Lernen, wie neuer Umgang mit alten Tools großartige Schübe an Kreativität, Stolz und Begeisterung erzeugt. Und die Neuro-Biochemie jodelt dabei vor Freude!

Gewarnt seien Skeptiker vor der möglichen Annahme, ein Human Engineer Designer sei einem plumpen Pseudo-Positivismus mit einhergehender Großignoranz verfallen. Ein DHEngineer verleugnet oder bestreitet nicht die Realität. Sie oder er übernimmt für die Akzeptanz oder eine Veränderungsarbeit die Selbstverantwortung. Schlechte Zeiten, Grausames oder schwere Überlebensmöglichkeiten sind Grund genug, vermeintliche Auswirkungen nicht für sich anzunehmen und zuzulassen (Circle of Concern versus Circle of Influence). Statt einzufallen in den globalen Kanon der Jammerlitaneien und auf der Reagiererseite zu verharren, unternimmt der HE-Designer allerfeinste und saubere Submodalitätenarbeit. Das ist zwar seit Urzeiten des NLP eine banale Grundübung, doch hat Bandler den letzten Jahren diesen Bereich erheblich ausgebaut, mit Metaphern der Hightech-Medien angereichert und der Hightech-Verarbeitungsschnelligkeit des heutigen Gehirns angepaßt.

Hier möchte ich an Covey anschließen; es bieten sich praktische Verknüfungen passend an. Coveys erste Regel: "Sei pro-aktiv" erlangt damit bei NLPer eine weitere neue Dimension. Covey beschreibt den Weg zwischen Stimulus und Response als die persönliche Chance oder Freiheit des Handelns, unbeschränkt von fremden Einflüssen. Voraussetzung dafür sind, wie auch bei Bandler: Selbstgewahrsein und Vorstellungskraft für optimalen Ausgang, intensives Wahrnehmen und die Gestaltung der Zeit danach; also Pacing und Leading. Und pro-aktiv sein heißt sogar, noch schneller zu sein, als ein Pacing abzuwarten. Und indem man sich klar darüber wird, wie der persönliche Circle of Influence auszusehen hat - man kann ihn mit DHE beeinflußend designen - verlagert sich kraftzehrende Betroffenheit und Kümmernis (Circle of Concern oder die Weisheit, Dinge, die nicht beeinflußbar sind zu erkennen)hin zur Pro-aktivität. Dabei ist das Augenmerk auf die Momente und Orte der Kontrolle fokussiert, die wirklich von uns beeinflußbar sind: wir selbst! zuerst!

Der Nutzen für den Alltag

Da ist zum Beispiel ein unangenehmer Klient oder Kunde. Früher begann man vielleicht vor der Rapportphase - relativ unbewußt - mit einem ungünstigen mauligen inneren Kommentar. Wie anders wäre der Kontakt, wenn mentale Fanfaren ertönten oder aufmunternde Rufe. Der vormals von uns als unangenehm vorempfundene Typ erhielte mit DHE ein anderes subjektiviertes Bild. Das wiederum erzeugt in uns eine frische Zugangsbereitschaft, welche sich in einem froheren Tonfall und in einer frisch führenden Kommunikation ausdrückt. Eine optimierte Stimmung (auch Stimmlage) gibt dann die Grundstimmung der darauffolgenden Kommunikationsqualität vor. HE-Designer stylen nicht nur sich sondern im weitreichenden Umfang auch die Voraussetzung für das Gelingen vorgenommener Prozesse. Das oftmals langweilige und langwierige Rapport-Geplänkel mit kaum endendem Pacen (Nicht-Fachleute!) ist abkürzbar, hurra!

DHE: Fast muß es sein!

NLP ist elegant, delikat, natürlich und leicht ... zur rechten Zeit. DHEngineering setzt, wie schon schon gesagt, bereits vor einem erkennbaren oder zu erwartenden Verhalten anderer (Menschen, Geschehenisse, Dinge) bei sich selbst an. Eigene Reaktionen oder die anderer nehmen einen anderen Verlauf. Und nach etwa 20 Jahren NLP-Praxis darf ruhig altes aufgepeppt werden. Schließlich sind die Verarbeitungsgeschwindigkeiten der Hirne schneller geworden und so kann es manch Turbobrainer es als Last empfinden, wenn sie oder er besonders ausführlich, alt-zeitlich gepacet und gepacet wird. Die elegante Variante besteht darin, sich selbst quasi per Knopfdruck in einen Zustand des Möglichkeitsrahmens zu versetzen, bzw. sich zumindest eine frische subjektive Wahrnehmung zu verschaffen. Per innerer Neuabmischung der eigenen Gefühle kann relativ schnell zum Leaden übergegangen werden. Und hier sei eine andere NLP-Grüße als Referenz zitiert: Veränderungen geschehen innerhalb eines Herzschlages! (Anthony Robbins).

Es ist ein Charakteristikum des DHE: keine Zeit verschwenden wie einst zu oft. Stattdessen sofort durch den eigenen Peak-State Vorgaben machen und leaden (auch Anthony Robbins weiß dies zu schätzen). Dieses Outcome steht in völliger Übereinstimmung mit den Chancen des NLP, bejaht ganz aktuell den leanen Ansatz. Ein Vergleich, den Bandler wählte: die Elektronik und die Computer sind immer hightechiger, doch nicht diverse Kommunikations-Modelle für das Hirn. Also ist es grob fahrlässig und dusselig, nicht Hightech wie NLP und DHE für das Brain zu nutzen.

See the possibilities!

Möglichkeiten: ... in der Beziehung, in Wechsel und in Abwechslungen; in Geld oder in Zeit,... More! Dieses Wort ist für Bandler eine Herausforderung, die er lustvoll und bekennend annimmt. Wie macht er dies? Leicht? Lustig? Spannend? Nun er macht es schneller und schneller und dabei intensiver... Denn: How much satisfaction or pleasure can a human stand?! Richard Bandler lebt diese rhetorische Frageaussage heftigst und beantwortet sie mit einem ... unermeßlich viel und nie genug. Ein phantastischer Nebeneffekt dieser Lebenseinstellung: das eigene Biochemie-System produziert vermehrt die Komponenten, die Wohlgefühl fördern, auslösen oder erhalten. Und aus der Ankerpraxis ist bekannt, daß jedem Ereignis ein typischer Körperchemie-Status anheim ist. Bemitleidenswert ist dann jener Mensch, der freiwillig oder nachlässig ungünstige, herabziehende Gemütslagen bevorzugt oder gar hinnimmt, bzw. zuläßt, daß entsprechende Körperstoffe den Seele- Geist-Körper-Biotop unvorteilhaft vergiften. DHE gibt in gebündelter Form ausführlich ein Kompendium an die Hand, gezielte Einflußnahme, bzw. Kontrolle auch über den persönlichen biochemischen Status auszuüben.

Have control over your own evolution of mind!

Be your own evolutioner! Dazu gehört auch die Fähigkeit, sich eigene sogenannte virtuelle Wirklichkeiten ohne herkömmlichen Maschinenpark (Mind Machines) oder Drogen zu gestalten. Eine Steigerung dieser Hilfsmittel besteht nach Bandlers neuester Erfahrung darin, die eigene Körperchemie zu nutzen, zu beeinflussen; sie ist eh da und zwar in absolut unschädlichen Dosen und individuell passend. Bandler versteht es nach eigener Aussage mittlerweile vorzüglich,beispielsweise die Wirkung von Meta-Kaffee zu verspüren. Statt kannenweise zu kippen, um munter zu werden oder zu bleiben, verwendet er virtuos den Koffein-Regler seines mentalen Mischers. Er überläßt sein Befinden nicht den Zufällen oder den Umständen, sondern mischt selbst auf. Bei uns Publikum löste er damit - Kommunikation durch glaubwürdiges So-Sein (Stufe 3) - einen starken Eindruck aus. Die eigene Praxis beweist es bereits!

Bei Covey ist das der Private Victory mit kongruenten Auswirkungen auf den Public Victory. Ist dieses dieses Erklärungs-Modell plausibel, um zu wissen, wie man Charismatiker stylt? Reicht es eben nicht aus, ein genialer Crack der Stufe 2 , bzw. Verbalkünstler zu sein? Wird unbewußt vom Publikum durchschaut, daß keine Selbstkontrolle , Kongruenz und Kommunikation zur ersten Ebene steht ...?

Modeling von optimierten Strategien oder das Musterklauen ausgeprägter Experten jedwelchen Genres sind krönende Skills. Be nice to your cells and the people around you! Das ausgezeichnete Gedächtnis und Handlungspotential unserer Körperzellen kann als Vorbild gelten für unser eigenes Tun. Die Vorstellung dessen, zu was wir alles fähig sein könnten, würden wir unsere Kapazitäten auch nur annähernd konsequent nutzen, ist viel zu bescheiden kleingehalten. DHE leistet dafür ein wesentliches Trainingsfeld mit sofortigen Auswirkungen. Sehen wir uns als Teil der Gesamtheit - eine Zelle - so gehört die Kommunikation mit den anderen Teilen der Gesamtheit und Gesundheit natürlich mit zur Kunst des Human Engineering. So, wie wir mit unserer eigenen Intraperson gut und respektvoll umgehen, in mindestens dem gleichen Umfang geschieht das mit den interpersönlichen Kontakten nach Außen. Bei Covey: erst die Stufen 1-3 des privaten Sieges bringen die Fähigkeit, ein aufrichtiges Pacen und Leaden vorzunehmen. Für uns NLPer: erst wenn unsere persönliche Sinnes-Intelligenz erkannt und hoch entwickelt ist, dürfen wir uns an andere wagen, bzw. dürfen wir auf die naive Umwelt angesetzt werden, sei es für Therapie oder Beratung.

Natürlich verlangt das NLP präzises Beobachten des Gegenübers oder des Umfeldes, doch wenn die Sinne des Beobachters nur gering ausentwickelt sind, dann gelingt so manche Fehleinschätzung und er/sie sucht dann in aller Regel hilferufend nach verbrieften NLP-Regeln aus dem erlernten Repertoire. Wie Richard schonungslos bemerkte: ... soetwas hat keine NLP-Qualität! Und Qualität ist auch bei Covey Grundvoraussetzung für die Personal Mastery. Sein siebter Vorschlag: man möge die Säge schärfen, was so viel wie Selbst-Management bedeutet. Ich brauche nicht zu wiederholen, daß das DHE genau der Partner dafür ist. Bandler und das NLP gehen noch weiter als Covey: sind die externen Bedingungen nicht abänderbar, dann läßt sich intern eine Neuschaffung der situativen Empfindung vornehmen. Verfeinert und mit Coveys Q1-4-Zeitmanagement der (Nicht-)Wichigkeit und (Nicht-)Dringlichkeit sortiert, kann eine stressige Fehlreaktion in Q1, 3 oder 4 abgemildert werden im Sinne von Einstein, daß das Negative nicht im Negativverhalten verändert werden kann. Und nähmen wir noch das Dissoziieren, bzw. Assoziieren dazu, dann sind wir dort angelangt, was Covey Independent - Interdependent nennt. Zurück zu Bandler: ihm mißhagt Dependency .

Anderen Größen der Weiterbildungsszene ist ein wesentliches Ziel gemeinsam, nämlich eine einzigartige Besonderheit zu werden, zu sein, zu leben. Für uns selbst, für unsere Lieben, unseren Beruf unsere Mitarbeiter/innen für die menschliche Gemeinschaft = Ebene drei!

Endolphines

Im Seminar nennt Bandler die guten Hormone, die uns wohlgesonnen sind Endolphines, just nach der Vorstellung, daß sie wie Delphine jauchzend und immer optimismusreich, naiv und gutgläubig durch das Hirn und die Körperbahnen ziehen. Lernen ohne lachen = keine Endorphine; keine Endorphine = kein lernen.

Für ihn sind Endorphine das A&O der Lebens- und Lernqualität und davon darf es nie genug geben! Endorphinhaltige Situationen sind die zentralen Depots dafür, leicht erreichbar durch Moments of Excellence, Power-Spot-Anker oder positive Rückerinnerungen. Ob sie nun wirkungsvoll beim Flirten abgefeuert werden oder um Situationsvorteile egal wobei zu erwirken, Endorphine spielen eine wesentliche Rolle dabei. Und so kann ein sinnes-intensiver und enelpeiger Mensch sich mentale Phoren schaffen, auf daß der Körper daraufhin mit spontanen Ergüssen von Schwung-Hormonen reagiert.

Früher ist vergangen

Leidvolle und pessimistische Grundhaltungen üben dabei natürlich keinen guten Einfluß aus. Und wieder aus dem Seminar-Nähkästchen geplaudert: Der Buß- und Bettag, den Bandler nur schwer in sein Weltbild einzuordnen vermochte, fiel in die Seminarwoche: Ah, it is the day you are celebrating regret. Gerade als wir einem Nicht-Deutschen die Bedeutung dieses Tages inhaltlich erklärten, bemerkten wir, wie absurd der Hang zur Rückbesinnung und Fefeierung verklärt angenommen wird. Bandler griff diese Randerscheinung auf und meinte, daß ... das gute an der Vergangenheit ist, daß sie vergangen ist! Deshalb fordert er insbesondere in der Therapie: never relieve the trauma! Und um es zu pointieren, denn Tiere sind da noch normal: Hunde beispielsweise tun sich nicht so schwer wie manch notorischer Negaholiker oder Pessimist. Sie stellen sich vermutlich nie die Frage: Was kann ich heute tun um mich schlecht zu fühlen?!

Abschliessend:

Bandler gab sich in dieser gelungenen Woche im Bayerischen Hof in München ausgesprochen lässig und frohgelaunt und wir, wir konnten uns beherzt unendlich wohl fühlen. Er verwöhnte uns mit brillanten Lehr-Geschichten und Beispielen aus der Neuzeit des DHE. Bandlers Botschaft, die ich gerne aufgreife und hiermit weitergebe : Wir sind menschliche Wesen und gut. Laßt uns eine konspirante Gruppe sein, eine University of Life werden, unser Denken aussenden und die Welt witziger und froher machen! Well Richie; nicht immer, aber gerne immer öfter!


© Maria Beyer 1.1.97

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