DHE - Design Human Engineering

Das individuelle Mind Management
Richard Bandler, Begründer des NLP bezeichnet seine in den letzten Jahren entwickelten Kommunikationsstrategien als "Design Human Engineering". Unter NLP-Therapeuten ist sowohl Bandlers Art, Seminare zu halten, als auch das ganze DHE-Konzept umstritten. Einige Therapeuten - die seit Jahren mit seinen Methoden arbeiten - bezichtigen Bandler der Unseriosität. Andere dagegen, wie die NLP- Trainerin Maria Beyer, sehen in DHE eine konsequente und kreative Weiterentwicklung des NLP.
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Wie kann ich die Denkrichtung und die eigene Körperchemie beeinflussen?
"Design Human Engineering"
ist die Vernetzung bisheriger NLP-Techniken unter dem Aspekt einer ständigen Erweiterung und Erneuerung. Waren beim NLP die einzelnen Methoden, Strategien und Beobachtungskriterien relativ unverbunden und als chronologisch addiertes Compendium erlern- und nutzbar, so bekommt das ganze meiner Ansicht nach durch "Design Human Engineering" eine synergetische Vernetzung.
Wenn ein so radikaler und innovationsfreudiger Mensch wie Bandler weiterdenkt und in beschleunigtem Tempo seine Methoden weiterentwickelt, darin setzt das natürlich Mitspieler voraus, die diesem Tempo und Einsatz folgen können und wollen.
Manch dogmatischer NLPler ist irritiert, wenn Richard Bandler in einem Trainingsseminar einfach präsent ist, brilliert, vieles auf der nonverbalen und unbewußten Ebene vermittelt, vielleicht nur plaudert - was manchmal erst nach Monaten zu einem individuellen Aha-Erlebnis heranreift. Also sind Geduld und Mut, Kreativität und Kompetenz angebracht, wenn man sich auf Richard Bandler einläßt.
Die drei Ebenen der Kommunikation
Die erste Ebene der Kommunikation ist die Kommunikation mit sich selbst. Erst danach, erst wenn diese Kommunikation wirklich flüssig und gut funktioniert, kommt die zweite Ebene: die klassische Kommunikation mit dem Gegenüber. Bandler erhebt den Vorwurf, daß viele NLPler sich lediglich auf der zweiten Ebene bewegen, sich aber für ihre eigenen inneren Kommunikationsstrategien gar nicht weiter interessieren. Wenn jedoch die Kommunikation auf der ersten Ebene nicht bewußt ist, kann man keine innere Ubereinstimmung und Echtheit nach außen hin erreichen.
NLP verlangt eine präzise Beobachtung des Gegenübers und des Umfeldes. Dazu müssen die Sinne und die Selbst-Kommunikation des Beobachters sehr gut entwickelt sein. Wenn er sich mit eigenen ungelösten Problemen im Weg steht, kommt es zu Fehleinschätzungen. Also: Gute Kommunikatoren sind Menschen, die aus der Erfahrung mit der ersten Ebene heraus, ihre Kommunikation mit anderen praktizieren.
Die dritte Ebene schließlich ist die charismatische Ebene: Man löst Prozesse durch das eigene So-Sein aus, man ist einfach. Hier kann die Kommunikation sogar wortlos ablaufen, indem man einfach Vorbild ist.
In gewissem Sinne ist das DHE eine bewußte Zuwendung zur ersten Ebene, die bei der lauffeuerartigen Ausbreitung des NLP in den letzten Jahren ins Hin tertreffen geriet: Auto-Styling
"Sei Dein eigener Programmierer!"
Durch diszipliniertes Auto-Styling, durch eine Form von Selbstgestaltung können wir unsere kommunikativen Fähigkeiten deutlich weiterentwickeln. Wir werden uns gewahr, wie sich die Welt sowie deren Repräsentation in uns zu einer gefilterten Einschätzung formt, die verantwortlich für unsere bewußte Reaktion darauf ist.
DHE formt aus Glaubenssätzen, Werturteilen und sinnlichen Empfindungen neue Denk- und Handlungsstrategien. Will man nicht nur reagieren, kann man auf diesem Wege die eigene Realitätseinschätzung aktiv und kreativ beeinflussen.
Das mentale Mischpult
Das Vertrauen in die Kraft der Metapher, eines bildlichen Ausdrucks, ist ein Hauptbestandteil des Mind Designs. Bandler ist ein HiTech-Freak; er inszeniert ein riesiges mentales Mischpult, an dem Schalter, Hebel, Knöpfe und Regler angebracht sind, um sämtliche installierten Gefühle, Stimmungen und Stärken auf einer Skala von 1 bis 100 zu speichern und zu beherrschen. Hier, im Mind & Brain-Studio, sind alle Sinne eingeschaltet, und selbst Wamlichter oder Kontrollknöpfe werden installiert, die bei Übertreibungen durchbrennen.
Sind eigene interne sinnliche Neuarrangements, neue Abmischungen notwendig, um geplante Entscheidungen besser treffen zu können, kann das auf diese Weise sogar Spaß machen! Daß dabei auch neue intensive Gefühle entstehen, ist unvermeidbar. Sie liegen meistens jenseits der erwarteten Empfindungen und der gewohnten Reaktion. Wir haben es hier mit einem Instrumentarium zur gelenkten Halluzination zu tun, wobei dieser Begriff nicht mit dem aus Medizin und Psychologie identisch ist. Es geht immer auch darum, andere Wirklichkeiten und Zukünfte zu phantasieren und neu zu begründen.
Die Idee des mentalen Mischpultes ist so simpel wie genial! Zu einfach und wenig ernsthaft, wie kritische Beobachter dazu empört bemerken.
Einfluß auf die Körperchemie
DHE legt den Fokus auf zukünftige Möglichkeiten. "Was ist alles möglich, was ist noch mehr möglich?!", lautet eine Priorität. "Wie kann ich die Denkrichtung und die eigene Körperchemie, wie den individuellen Power-Cocktail oder den Verlauf der Geschehnisse beeinflußen ?" Waren fein - stoffliche körperliche Veränderungen beim NLP das Resultat von beabsichtigten Mental Strategien, so setzt DHE vorsätzlich bei der Beeinflussung der eigenen Säfte an.
Richard Bandler nennt die stärkenden und euphorisch wirkenden Hormone "Endolphine", ganz nach den fröhlich schnatternden und neugierigen Wasserintelligenzen, den Delphinen, die ungestüm in die Körperbahnen ein tauchen und uns rundherum mit Endorphinen versorgen. So wird eine andere Ausgangsbasis für beeinflußende Veränderungen geschaffen: Sie machen lernbereit und lernoffen.
Bandlers neueste Erfahrung geht dahin, die eigene Körperchemie direkt zu beeinflussen. Er versteht es nach eigener Aussage mittlerweile, beispielsweise die Wir kung von "Meta-Kaffee" zu verspüren. Anstatt real kannenweise Kaffee zu konsumieren, um munter zu werden oder zu bleiben, schiebt er virtuos den Mental-Koffein Regler seines inneren Mischpultes hoch. Er überläßt sein Befinden nicht dem Zufall oder äußeren Umständen, sondern er mischt sich seinen Cocktail selbst.
Die optimale Gestaltung eines Weges
Der Anspruch, der hinter dieser Vorgehensweise steht, lautet etwa so: Nicht ein Ziel zu erreichen ist der End- oder Zielpunkt, sondern vielmehr die optimale Gestaltung des Weges.
Normalerweise lernen wir, erwartungsvoll auf Daten für ein schnelles Feedback zu achten, im DHE wird auf dem Vor-Wege eine Stimmung, eine Datenbasis kreiert, die automatisch einen anderen Ablauf erzeugt - die Inszenierung einer konstruierten Realität wird angestrebt.
Im DHE ist die Zeit vor der Reaktion besonders interessant. Selbsterfundene Realitätsannahmen oder -reaktionen liegen vor dem Ereignisablauf selbst, der als Realität bezeichnet wird. Der DHE-Künstler ist der Realität insofern ein Stück voraus; er wandelt per virtueller Mentalkunst für ihn ungünstiges Reaktionsverhalten in ein günstigeres um. Richärd Bandler: ".. die Landkarte ist die Realität - und wir erschaffen sie!"
Wenn ich Zugang zu meinen inneren Ressourcen habe, unvoreingenommen und entspannt bin, dann kann ich die Reaktion auf die Situation oder die Kommunikation mit anderen auf der Ebene eines erweiterten Fokus gestalten! Außerdem können durch meinen positiven Zustand die kreativen Kräfte der anderen geweckt werden.
Ein banales Beispiel
Früher begannen wir vor der Erledigung einer unangenehmen Aufgabe vielleicht schon am Morgen - relativ unbewußt - mit einem mauligen inneren Kommentar. Damit schaffen wir eine denkbar ungünstige Voraussetzung, um anstehende Aufgaben auf kreative Weise zu lösen.
Wie anders wäre es, wenn beispielsweise mentale Fanfaren ertönten und wir uns dabei die aufmunternde Frage stellen: "Was ist neu und gut daran?" Die als unangenehm vorempfundene Angelegenheit erhält dadurch ein anderes, subjektiviertes Bild und wird zum Lernfall.
Leidvolle und pessimistische Grundhaltungen üben einen hemmenden Einfluß auf das Denk-Handeln und auf das Einschätzen der Gegenwart für die Zukunft aus. DHF beschäftigt sich mit Chancen, Stärken, Möglichkeiten und Kreationen. Neue neuronale Bahnen und Vernetzungen im Hirn erzeugen neue Einstellungen und Handlungen. Der DHF-Ansatz erzeugt in uns eine freudige Neugier, eine optimierte Stimmung, wo durch die Wahrscheinlichkeit des Gelingens stark erhöht werden kann. Es handelt sich um ein Programmieren, das die Intentionalität schon im Vorfeld verändert und damit negative und pessimistische Implikationen ausschaltet.
Neue Effekte aus alten Zutaten
Für Bandler ist das mentale Mischpult nicht nur eine Metapher für die Quelle neuer innerer Zustände; auf einer höheren Ebene dient es der Vermischung bekannter Standards zu völlig neuen Effekten. So bietet das Mischpult auch die Möglichkeit, das gesamte NLP-Repertoire
- sinnvollerweise sehr behutsam - neu abzumischen. Richard Bandler sind ehrfürchtige und phantasiearme Nachahmer des NLP ein Greuel; er schätzt unbändige Neugier - sei sie nun von Kindheit an erhalten oder neu kultiviert.
Es gilt zu ersinnen, was aus neuen Zusammenstellungen und Intensitäten herauskommen kann; wahrzu nehmen, wie sich subjektive Wahrnehmungen veran dem lassen und zu lernen, wie ein neuer Umgang mit alten Werkzeugen großartige Schübe an Kreativität, Stolz und Begeisterung erzeugt - und die Neuro-Biochemie jodelt dabei vor Freude!
Ein DHEngineer verleugnet oder bestreitet nicht "die" Realität. Sie oder er plädiert für Möglichkeiten und Zukünfte. Sie oder er übernimmt sowohl für die Akzeptanz der Gegenwart oder deren Veränderung die Verantwortung. Ihm oder ihr geht es um ein lustvolles Sinnen, um die Erkundung des eigenen BrainLands und die Neuschöpfung des eigenen Selbst - inklusive Außenwirkung.
© Maria Beyer 1.1.97