Eckernförder Zeitung, 21. Mai 2002, S. 17.
Von Sylvia Meisner-Zimmermann

Get-Talk - Premiere einer neuen Talk-Show

Fernseh - Talkshows gibt es inzwischen wie Sand am Meer. In Gettorf gibt es allerdings nur eine Talkshow, und die hatte am Freitag Premiere. Das Besondere an diesem neuen Kind in der Fernsehlandschaft: Alles hat regionalen Bezug. Hier talked nicht irgendwer, hier erzählen Menschen aus Gettorf, aus der Umgebung, aus Kiel und. Segeberg,
aus ihrem Leben. Menschen zum Anfassen, Menschen, die man kennt - oder zumindest jetzt persönlich kennenlernte. Kurz ein Auftakt, bei dem zwar noch nicht alles rund lief, der aber Appetit auf mehr machte.

Wie kann man das Lernen lernen - NDR-Moderator Fritz Köhler interviewt Maria Beyer, die sich mit "mind mapping" auskennt.
Die Idee zu einer so heimatbezogenen Talkshow hatte Petra Klatt. Sie übernahm auch gemeinsam mit dem ehemaligen Welle-Nord-Sprecher Fritz Köhler den Vorsitz des neuen Vereins, der sich kürzlich aus Anlaß des ungewöhnlichen Vorhabens gründete. (Die EZ berichtete.). Gettorf als Zentrum im Dänischen Wohld soll nach dem Start am Freitag auch weiterhin Austragungsort der geplanten neuen Fernsehserie sein. Als Ort des Geschehens bot sich das Autohaus Opel Ohms an. Viele weiße Stuhlreihen warteten auf Gäste. Wein und Brezeln stärkten schon vor Programmbeginn. Elektroleitungen für den "Offenen Kanal" waren passantensicher am Boden verklebt. Der neue Opel Vectra stand (für ein Wochenende) als Hauptgewinn der Pausenverlosung bereit, die zudem EZ-Abos, CDs und Eintrittskarten für die KarlMay-Festspiele vorsah.
Und das Publikum? Es fand sich, zunächst eher zögerlich ein, schaute sich verhalten um, nahm dann schon mal Platz. Man begab sich halt auf neues Terrain. So etwas hatte es in Gettorf noch nicht gegeben.
Die erste Halbzeit der Moderation übernahm der ehemalige Welle-Nord-Sprecher Fritz Köhler, der heute in Lindhöft lebt. Er stellte Dieter Schönfeld, Gettorfs Bürgermeister und Schirmherr von GET TALK vor. Pläne und Visionen eines engagierten Kommunalpolitikers kamen da zur Sprache, Privates und Berufliches. Als zweiter Talk-Gast betrat Dr. Dieter May das Podium. Er wohnt in Felmerholz und ist neben seinem Lehrerberuf mit großer Leidenschaft "Großwildjäger" mit der Kamera. May beschrieb die Organisation seiner Kleinstgruppen-Fotosafaris in Botswana, Ostafrika. Er erzählte von Löwen und Elefantenkühen in zivilisationsfreier Wildnis ... und überzeugte, faszinierte dabei sicher ebenso
wie die Dame "ganz in Gelb", die sich der Talkrunde zugesellte. Maria Beyer aus Kiel hängte einst ihren Lehrer-Job an den Nagel und ist nun Fachfrau für"Wie lernt man das Lernen?". Sie weiß, wie man das Gehirn zu Höchstleistungen motivieren kann und gab mit Hilfe eines Hirn-Kopfes interessante Beispiele für ihr"Mind Mapping".

Nach der Pause übernahm TV-Schauspieler Frank Schröder die zweite Halbzeit als Moderator - witzig, pfiffig, abwechslungsreich. Er stellte Heinz Groß aus Gettorf vor, der mit seinen 75 Jahren noch joggt wie ein Junger. Groß berichtete aus Kriegsjahren, schweren Zeiten, die ihn prägten und zu dem machten, was er heute noch ein guter Läufer, gesund und spannkräftig.
Gerald Grote schrieb ein Buch über die TV-Serie "Der Kommissar" und steckte am Talkabend - zum Entzücken der Zuhörer - voller Anekdoten.
Ob Sport, ob Hirnbiologie, Literatur oder Politik - als weiterer Höhepunkt des Abends kam Gojko Mitic, seit zehn Jahren Winnetou-Darsteller bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Seine prägnante Winnetou-Ausstrahlung hatte er gleich mitgebracht, parlierte, lächelte, unterhielt sein Publikum allerbest. Als er jedoch begann, von seinem Pferd zu er erzählen, von Premieren im Dauerregen, vom Gefühl vor 9000 Zuschauern zu agieren, da saßen alle "auf seinem Schoß« und waren ganz Ohr. Und der Adler? Wie würde er sich bei der Premiere verhalten? Gojko Mitic: "Wir sahen ihm alle nach, als er hoch in die Lüfte flog. Dann drehte er bei, kam zurück und landete sanft auf meinem Arm - freiwillig.«
Im wahren Sinne des Wortes ein bunter Abend - zwei Stunden voller Überraschungen und voller Abwechslung. Zwei niederdeutsche Sketche mit "Pia und Piet standen ebenso, auf dem Programm, wie eine Schröder'sche Schlagereinlage und vor allem und immer wieder maritim Heimatliches mit dem N.O.K-Shantychor aus Rendsburg.
Gettorfs erster Talkabend ist m 29. Mai um 16 Uhr im Offenen Kanal, Kiel, zu sehen

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